Kann ich mein Geld nicht einfach auf dem Konto sparen? Nein!

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Immer wieder werde ich mit der Idee konfrontiert, dass man sein Erspartes einfach auf dem Konto liegen lassen könnte. Falls man nicht auf ein Ziel hinspart, das in der nahen Zukunft (ca. 1 – 7 Jahre) liegt, macht es jedoch keinen Sinn. Das sind die beiden Gründe dafür:

1. Die Inflation vernichtet das Geld

2018 lag die Inflation in Deutschland bei 1,9%. Das bedeutet, dass 100 Euro am 1.1.18 eine Kaufkraft von 100 Euro hatten und am 31.12.18 nur noch von 98 Euro. Wer nun argumentiert, dass es auch zu einer Deflation kommen kann, der setzt auf das falsche Pferd. Seit 1960 gab es in Deutschland nur 1 Jahr, in dem eine geringe Deflation von -0,1 % verzeichnet wurde. Die Politik tut alles, um eine Deflation zu verhindern. Denn wenn das Geld von alleine durchs Herumliegen mehr wird, dann werden Investitionen zurückgehen und Geld wird somit dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Da dies schlecht für die Wirtschaft ist, wird es mit allen möglichen Mitteln verhindert werden.

In den letzten 50 Jahren betrug die Inflation durchschnittlich 1,6% pro Jahr. Das bedeutet, dass 100 Euro nach 30 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 62 Euro haben. 38 Euro haben sich also durchs Nichtstun buchstäblich in Luft aufgelöst. Nach nicht einmal 44 Jahren haben sie über die Hälfte der Kaufkraft verloren. Wer beispielsweise mit 20 Jahren 100.000 Euro für die Rente auf sein Girokonto legt, wird mit 64 Jahren nur noch Güter im Wert von 50.000 Euro erwerben können.

2. Das Geld arbeitet nicht für dich.

Anstatt das Geld einfach an Wert verlieren zu lassen, kann es auch für dich arbeiten. Der DAX beispielsweise, der nur Aktien von 30 deutschen Unternehmen abbildet, konnte eine jährliche durchschnittliche Rendite von 8% verzeichnen. Selbst bei der Wahl des ungünstigsten Anlagezeitpunkts hat man mit einer Investition in den DAX zurückgerechnet bei einer Haltedauer von 15 Jahren keinen Verlust gemacht. Die Schwankungen – also das Risiko – werden mit Rendite belohnt.

Bereinigt um 1,6% Inflation wurden aus 100 Euro 30 Jahre später 679 Euro. Bei einem derartig langfristigen Anlagehorizont und einer thesaurierenden Anlageform wird man extrem vom Zinseszins belohnt.

Selbst bei einer nominalen Wertsteigerung von nur 5% konnte die Kaufkraft der 100 Euro fast verdreifacht werden (277 Euro).

Wer sein Geld also einfach liegen lässt und nicht investiert, darf sich auch nicht beschweren, wenn alles teurer wird. Selbst der Kleinanleger hat heute die Möglichkeit mit einfachsten und günstigen Produkten wie breit gestreute ETFs am Wirtschaftswachstum teilzuhaben. Wer Angst vor der Börse hat, weiß einfach zu wenig darüber. Man hat nur Angst vor dem Unbekannten. Versteht man erst einmal die Mechanismen des Aktienmarktes und setzt sich mit der historischen Entwicklung von Kursen auseinander, verliert man schnell die Furcht vor den „Schreckgespenst“ Börse. Rendite ist die Belohnung dafür, dass man schwankende Kurse erträgt. Wer breit streut, einen langfristigen Anlagehorizont hat und nicht nur wenige Einzelaktien kauft, kann Risiken reduzieren.

Einen Fehler, den viele machen, um der Inflation zu entfliehen ist übrigens, dass sie das Geld ausgeben. „Es wird ja sonst immer weniger wert.“ Viele achten dabei nicht darauf in Vermögenswerte zu investieren. Stattdessen werden wahre Geldvernichtungsmaschinen wie Autos, Möbel, Kleidung etc. gekauft. Wer sich gerne schöne Dinge kauft, soll das bitte tun. Aber nicht unter dem Vorwand, dass das Geld sonst nichts mehr wert ist. Denn Geld aus Angst vor Inflation für nicht werthaltige Dinge auszugeben, ist noch schlimmer als sein Geld einfach auf dem Konto liegen zu lassen.

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