Vermögensaufbau – wann und wie starten?


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Die meisten verbringen den Großteil Ihrer Zeit damit Geld zu verdienen. Aber wenn es darum geht, sich gezielt Gedanken über den Vermögensaufbau zu machen, ist vielen ihre Zeit zu schade.

Diese Zeit sollte sich jedoch jeder nehmen. Schließlich ist der Stundenlohn dafür wesentlich höher als der als Arbeitnehmer oder Selbständiger.

Der Vermögensaufbau beginnt bei manchen schon während der Schulzeit oder der Ausbildung: mit kleinen Jobs wie Ferienarbeit oder Zeitung austragen. Während des Studiums oder schaffen es manche auch bereits Vermögen über Studentenjobs aufzubauen. Meistens handelt es sich dabei nur um kleine Summen . Trotzdem ermöglichen einem selbst kleine Summen manchmal etwas mehr Freiheit bei der Berufswahl nach dem Studium. Lebt man nicht vom Dispo, steht man bei der Jobwahl unter einem geringeren Druck.

Spätestens wenn man sein erstes richtiges Geld mit dem ersten richtigen Job verdient, sollte man sich jedoch Gedanken machen, wie man sein Vermögen aufbaut. Es ist vollkommen legitim sich das ein oder andere vom ersten Gehalt zu gönnen. Schließlich hat man lange dafür studiert oder eine Ausbildung gemacht. Jedoch sollte man den Punkt nicht verpassen, den ersten Stein seiner finanziell Zukunft zu legen. Also nicht zu lange damit warten! Sonst läuft man schnell Gefahr, dass sich der Lebensstandard schnell hochschraubt und man von diesem Niveau nicht mehr so leicht herunterkommt.

Ich habe zu Beginn meiner Berufstätigkeit eine ganz einfache Excel-Datei erstellt, um einen ersten Überblick zu bekommen wie hoch meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben sind.

Ich habe dann hochgerechnet über wie viele Nettozuflüsse (nach Steuern) ich wohl im Jahr verfügen werde.

Danach habe ich alle fixen Ausgaben pro Jahr kalkuliert und monatliche Durchschnittskosten ermittelt. Manche Ausgaben wie Versicherungsbeiträge fallen nur jährlich an. Trotzdem darf man sie nicht außer Acht lassen. Mein Ziel war bei dieser Aufstellung zu ermitteln, was meine monatlichen fixen Mindestkosten sind. Zusätzlich habe ich mir noch Budgets für variable kosten wie Urlaub, Kleidung etc. gesetzt.

In den folgenden Tabellen findet ihr eine Übersicht zur Vorgehensweise:

EINNAHMEN
Gehalt
Sonderzahlungen
Weitere Einkünfte
SUMME EINNAHMEN

Zuerst sollte man sich einen Überblick über alle zu erwartenden Einnahmen im aktuellen Jahr verschaffen. Dazu gehören natürlich laufendes Gehalt bzw. Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Sonderzahlungen und zB passive Einnahmen wie Mieteinnahmen, Zinsen oder Dividenden. Falls Bonuszahlungen noch nicht sicher sind, würde ich diese trotzdem veranschlagen – aber ohne sie gleich gedanklich wieder auszugeben. Bleiben sie aus, weiß man, woher die Lücke zwischen Plan und Ist kommt. Es handelt sich natürlich bei allen Einnahmen zu Beginn der Aufstellung um Erwartungswerte. Trotzdem kann man sich so einen tollen ersten Überblick verschaffen. Die Summe der Einnahmen sollte man dann insgesamt fürs ganze Jahr berechnen und sich auch verinnerlichen wie viele Einnahmen man durchschnittlich pro Monat hat.

FIXKOSTEN
Wohnen
Lebensmittel und Drogerieartikel
Versicherungen
Mobilität
Handy/Internet
GEZ
Versicherungen
Gebühren
Geschenke
Schuldzinsen
Ggf. Medikamente
SUMME FIXKOSTEN

Danach betrachtete man die Fixkosten. Man überlegt sich also, was man selbst kostet. Auch hier sollte man sowohl eine Jahresbetrachtung als auch eine Monatsbetrachtung berechnen. Wichtig ist, hier wirklich alles zu berücksichtigen. Auch kleine regelmäßige Gebühren wie zB Kontoführungsgebühren oder Amazon Prime können sich nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ ganz schnell aufsummieren. Vor allem bei wiederkehrenden Kosten kann man einiges einsparen, wenn man sich zB für den günstigeren Handyvertrag entscheidet. Doch dazu benötigt man erst einmal einen Überblick über alle regelmäßige Ausgaben. Auch Geschenke sollten berücksichtigt werden, damit man am Ende des Jahres weiß, wo das Geld geblieben ist.

VARIABLE KOSTEN
Budget Kleidung
Budget Reisen/Urlaub
Budget Freizeitaktivitäten
Budget Bildung
Budget Hobby
SUMME VARIABLE KOSTEN

Bei den variablen Kosten setze ich mir gerne Budgets. Das heißt, dass ich innerhalb dieses finanziellen Rahmens mit gutem Gewissen Geld ausgeben kann. Dann habe ich trotzdem meine Finanzen im Griff und kann mir gleichzeitig etwas gönnen. Ratsam ist es, sich zwei Dinge zu suchen, für die man bereit ist etwas mehr Geld auszugeben. Ich gehe beispielsweise gerne Essen und reise gerne. Darauf möchte ich auch nicht verzichten. Manch anderer hat ein Hobby wie Segeln oder Modellbauen. Diese Dinge machen die Menschen glücklich und prägen sie. Es soll keiner beim Vermögensaufbau unglücklich werden oder den Gürtel zu eng schnüren. Dann ist der Plan von vorneherein nicht umsetzbar.

Wenn nun hoffentlich die Einnahmen die Ausgaben überschreiten, erwirtschaftet ihr jedes Jahr einen Überschuss und euer Vermögen mehrt sich. Herzlichen Glückwunsch! Dann könnt ihr euch im nächsten Schritt Gedanken machen, wie ihr das überschüssige Geld investiert.

Falls eure Ausgaben jedoch die Einnahmen übersteigen und ihr quasi auf Pump lebt, müsst ihr euch schleunigst Gedanken machen woran das liegt. Falls der Grund nicht ist, dass ihr wegen einer Ausbildung oder eines Studiums quasi in eure Zukunft investiert, solltet ihr schleunigst den Rotstift bei euren Ausgaben ansetzen und euch überlegen wie ihr eure Einnahmen erhöht. Ansonsten verschlimmert sich eine gefährliche finanzielle Abwärtsspirale.

Stand Vermögen 1.1.
+ Überschuss laufendes Jahr
Stand Vermögen 31.12

Spätestens am Ende des Jahres solltet ihr überprüfen, ob ihr eure Planung auch einigermaßen erfüllen konntet. Einerseits stellt ihr entweder fest, ob ihr nichts vergessen habt oder ihr wisst woher die Abweichungen kommen.

Ein weiteres Hilfsmittel, das für viele sehr sinnvoll ist, ist das klassische Haushaltsbuch. Notiert für mindestens ein paar Wochen eure täglichen Ausgaben. Analysiert in regelmäßigen Abständen wofür ihr euer Geld ausgebt. Lässt sich davon etwas leicht einsparen oder günstiger kaufen? Das Haushaltsbuch hilft vor allem, einen ersten guten Einblick über eure Ausgabengewohnheiten zu erhalten. Nur dann könnt ihr unnötige Ausgaben erkennen oder euch gezielt überlegen welche Ausgaben ihr priorisiert. Das beliebteste Beispiel ist der Coffee to go. Angenommen ihr holt euch jeden morgen beim Bäcker einen teuren Kaffee zu Mitnehmen, weil ihr nicht warten wollt bis ihr im Büro seid. Das kostet euch im Jahr zwischen 600 und 700 Euro netto. Rechnet euch einmal aus wie lange ihr dafür arbeiten müsst. Ist es euch das wert? Nach einiger Zeit (zwischen zwei und sechs Monate) gewinnt man ein ganz gutes Gefühl für seine Ausgaben und das Führen des Haushaltsbuch ist nicht mehr nötig.

Alternativ könnt ihr euch auch an einem festen Wochentag immer den gleichen Betrag abheben und versuchen eine bestimmte Zeit damit klar zu kommen. Das gehört mit zu den einfachsten Mitteln, um den Überblick über bestimmte Ausgeben zu behalten. Als ich studiert habe, habe ich mir jeden Freitag 100 Euro geholt und damit Lebensmittel, Kleidung und Freizeitaktivitäten zu bezahlt. Dadurch habe ich nie mehr ausgegeben als ich konnte. Außerdem habe ich mir auch ab und zu etwas gegönnt, wenn am Ende der Woche noch etwas übrig war.

Mittlerweile gibt es auch Apps, die helfen Ausgaben gleich zu sortieren. Vielleicht ist das auch etwas für euch. Ansonsten reicht eine klassische Excel-Tabelle oder ein Schulheft.

Ich habe eine Tabelle erstellt, die ihr ausfüllen könnt, um eure jährliche Finanzplanung zu machen. Tragt euch dazu hier in meinen Newsletter ein und ich schicke euch die Tabelle gerne zu.

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