Weshalb kümmern sich so wenige Frauen um die eigenen Finanzen?

Weniger Frauen als Männer kümmern sich um ihre Finanzen. Bei den Frauen ist es jede fünfte, die sich regelmäßig um Finanzen kümmert, bei Männern ist es jeder dritte.

Doch woher kommt das?

Frauen konnten sich per Gesetz lange gar nicht um ihre Finanzen kümmern

Bis 1962 durften Frauen in Deutschland kein eigenes Konto eröffnen, um das „Geheimsparen der Hausfrau“ zu verhindern. Erst ab 1974 war es Frauen erlaubt ohne die Zustimmung ihres Ehemannes einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Die Rollen waren damals sehr klar verteilt. Der Mann bringt das Geld nach Hause und die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder. Die Frauen, die arbeiten gingen, waren meist aus finanziellen Gründen dazu gezwungen.

Deshalb kümmern sich Frauen so selten um ihre Finanzen

Wenn sie Geld verdient haben, dann ist es auf dem Konto des Mannes gelandet. Die Frauen haben damals das Budget, das ihnen für den Haushalt zur Verfügung stand, eingeteilt. Deshalb sind sie im „Haushalten“ sehr geübt. Aber leider nicht im Investieren. Den Gesamtüberblick und die Entscheidungsmacht über die Finanzen hatten die Männer. Der Bankberater ist nurauf sie zugekommen.

Das ist die maßgebliche Ursache, weshalb sich Frauen weniger um ihre Finanzen kümmern als Männer. Sie sind mit einem anderen Rollenverständnis aufgewachsen. Typischerweise hat sich ums Geld immer der Vater, Onkel oder Opa gekümmert. Geld war fester Bestandteil der Männergespräche, während Frauen sich auf den Familienfesten über die Kinder unterhalten haben. Diese stereotype Vorstellung überdauert Generationen. Im Ergebnis ist in einer Beziehung meist der Mann derjenige, der sich um die Finanzen kümmert. Die Frau dagegen managt das Familienleben und den Haushalt.

Zusätzlich gehen Frauen davon aus, dass ihr Wissen nicht reicht, um die Geldangelegenheiten zu regeln. Mädchen gehen übrigens auch davon aus, dass Jungs klüger sind, obwohl sie in 70% der Länder bessere Noten haben.

Mittlerweile verdienen mehr Frauen Geld, aber…

Mehr als 70 Prozent der Frauen sind heutzutage in Deutschland berufstätig. Aber über die Hälfte arbeitet in Teilzeit. In den anderen europäischen Ländern tragen Frauen mehr zum Familieneinkommen bei als in Deutschland. Der Anteil liegt bei etwas mehr als 20 Prozent.

Frauen bekommen deutlich weniger Gehalt als Männer. Durchschnittlich verdienen sie 20 Prozent weniger. Das kommt auch daher, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Branchen arbeiten und öfter Arbeitszeit reduzieren. Allerdings bleibt bei gleicher Qualifikation und dem gleichen Job immer noch ein bereinigtes Gender Pay Gap von durchschnittlich sechs Prozent. Das Gender Pay Gap ist in Berufen mit Tarifvertrag am geringsten, da die Gehaltssteigerungen meist nach festen Regeln statt nach Verhandlungserfolg festgelegt werden.

Durch den geringeren Lohn haben viele Frauen auch das Problem, dass nichts vom Gehalt übrig bleibt und sie nicht mal Vermögen haben. Worum sollten sie sich dann kümmern?

Gender Pay Gap gibt es schon bei Kindern

Die Comdirekt-Bank hat in einer Studie erstaunliches herausgefunden. Mädchen ehalten im Durchschnitt 17 Prozent weniger Taschengeld als Jungs. Die Unterschiede werden zwar keiner. Jedoch zeigt es deutlich welche Rolle dem jeweiligen Geschlecht noch zugesprochen wird.

Frauen können es sich nicht erlauben, sich nicht um ihr Geld zu kümmern

Die höhrer Teilzeitquotr und der gerngere Verdienst führen dazu, dass Frauem im Alter ca. 40 Prozent weniger gesetzliche Rente bekommen als Männer. Dazu kommt, dass sie länger leben als (Ehe)Männer. Etwa 70 Prozent aller in Teilzeit arbeitenden Frauen laufen sehenden Auges in ein großes finanzielles Problem. Sie wissen, dass sie von ihrer gesetzlichen Rente im Alter einmal nicht über die Runden kommen können. Doch viele Frauen scheuen das Thema aus einem einfachen Grund. Es ist zu deprimierend.

Frauen legen erfolgreicher an als Männer

Leider betrachten Frauen Aktien sehr selten als Investitionsmöglichkeit. Etwa jede achte Frau in Deutschland besitzt Aktien. Dagegen haben rund 25% der Männer Wertpapiere. Dabei sind Frauen erfolgreichere Anlegerinnen als Männer.

Einige Studien haben bereits gezeigt, dass Frauen mehr Rendite erwirtschaften als Männer. Sie können Krisen besser aussitzen, überschätzen sich seltener und lassen sich von großen Renditeversprechen mit hohen Risiken seltener blenden.

Wie man mit dem Vermögensaufbau loslegt, könnt ihr hier nachlesen.

Frauen Finanzen
Quelle: Pixabay – CCO – Frauen kümmern sich seltener um ihre Finanzen

Wie ist es bei Euch? Kümmert ihr euch selbst um den Vermögensaufbau?

Schreibe einen Kommentar